Dabei geht es nicht darum, dich in einen einzigen Persönlichkeitstyp einzuordnen. Denn bei 6Heroes gilt: Jeder Mensch trägt alle sechs Helden in sich.
Sondern: „Wie setzt sich mein persönliches Muster aus den sechs Helden zusammen?“
Genau dieses individuelle Zusammenspiel macht das Heldenrad sichtbar.
Die sechs Helden
Das Heldenrad besteht aus sechs Helden. Jeder von ihnen steht für bestimmte Denk- und Verhaltensweisen, Stärken und Bedürfnisse.
Commander
Steht für Entschlossenheit, Verantwortung und Umsetzung. Er möchte Dinge voranbringen, Entscheidungen treffen und Ergebnisse erzielen.
Innovator
Steht für Ideen, Veränderung und neue Möglichkeiten. Er denkt gerne darüber nach, wie etwas anders, besser oder völlig neu gemacht werden könnte.
Strategist
Steht für Struktur, Planung und Systematik. Er möchte Zusammenhänge erkennen, Komplexität ordnen und einen guten Weg zum Ziel entwickeln.
Sage
Steht für Wissen, Verstehen und Reflexion. Er möchte Dinge durchdringen, Zusammenhänge erkennen und Entscheidungen auf einer guten Informationsbasis treffen.
Guardian
Steht für Beziehung, Loyalität, Fürsorge und Stabilität. Er nimmt Menschen und zwischenmenschliche Dynamiken besonders stark wahr.
Explorer
Steht für Freiheit, Neugier und neue Erfahrungen. Er möchte entdecken, ausprobieren und eigene Wege gehen.
Was bedeutet die Ausprägung eines Helden?
Das Heldenrad zeigt, wie typisch die Verhaltensweisen der einzelnen Helden für dich sind. Je stärker ein Held ausgeprägt ist, desto häufiger und selbstverständlicher greifst du auf die mit ihm verbundenen Denk- und Verhaltensweisen zurück.
Ein niedrigerer Wert bedeutet: „Auf diese Verhaltensweise greife ich weniger automatisch zurück.“
Dabei ist wichtig: Hoch bedeutet nicht besser. Niedrig bedeutet nicht schlechter. Ein niedrigerer Wert bedeutet auch nicht, dass du etwas nicht kannst. Er zeigt lediglich, dass dieses Verhalten vermutlich weniger stark zu deinen natürlichen Mustern gehört.
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, dein Sage ist besonders stark ausgeprägt. Dann möchtest du Dinge wahrscheinlich häufig erst verstehen, Informationen sammeln und Zusammenhänge erkennen, bevor du handelst. Ist dein Commander weniger stark ausgeprägt, bedeutet das nicht, dass du keine Entscheidungen treffen oder Verantwortung übernehmen kannst. Es bedeutet lediglich: Schnelles Entscheiden und direktes Vorangehen sind wahrscheinlich weniger häufig dein erster natürlicher Impuls.
Sondern: „Welche Verhaltensweisen liegen dir besonders nahe – und auf welche greifst du weniger automatisch zurück?“
Dein persönliches Heldenmuster
Entscheidend ist nicht nur, welcher einzelne Held besonders stark ausgeprägt ist. Wichtig ist das Zusammenspiel aller sechs Helden. Denn zwei Menschen können denselben stärksten Helden haben und sich trotzdem deutlich voneinander unterscheiden.
Ein Commander mit einem starken Guardian kann Verantwortung besonders stark über Menschen, Loyalität und Fürsorge leben. Ein Commander mit einem starken Strategist kann Verantwortung stärker über Planung, Struktur und Organisation ausdrücken. Und ein Commander mit einem starken Innovator kann besonders durch Veränderungswillen, Geschwindigkeit und neue Ideen geprägt sein.
Deshalb betrachtet 6Heroes nicht einzelne Helden isoliert. Das gesamte Heldenrad bildet dein persönliches Muster.
Die vier Rollen im Heldenrad
Zusätzlich zur reinen Ausprägung macht das Heldenrad vier besondere Rollen sichtbar. Sie geben ihm eine dynamische Ebene.
Basisheld
Der Held, der dein natürliches Verhalten besonders stark prägt – deine persönliche Grundhaltung. Er beeinflusst, wie du Situationen wahrnimmst, entscheidest, Probleme angehst und auf andere wirkst.
Zweitheld
Er beeinflusst, wie sich dein Basisheld konkret zeigt. Der Basisheld beschreibt „Was prägt mich?“, der Zweitheld ergänzt „Auf welche Art lebe ich diese Seite?“.
Stressheld 1
Das Verhalten, auf das du bei zunehmender Belastung typischerweise zuerst zurückgreifst. Meist eine grundsätzlich sinnvolle Strategie – die unter Stress nur stärker und einseitiger wird.
Stressheld 2
Wenn die Belastung weiter zunimmt und die erste Stressstrategie nicht ausreicht, beschreibt S2 den nächsten Schritt in der Veränderung deines Verhaltens.
Basisheld und Zweitheld
Gerade die Kombination aus Basisheld und Zweitheld macht das persönliche Profil deutlich individueller als eine einfache Einteilung in sechs Typen. Ein Commander mit Guardian als Zweitheld tritt anders auf als ein Commander mit Strategist als Zweitheld: Der Guardian bewegt ihn stärker in Richtung Beziehung und Fürsorge, der Strategist stärker in Richtung Struktur und Planung.
Wichtig: Dein Basisheld beschreibt dich nicht vollständig. Er ist ein wichtiger Teil deines Profils – aber immer eingebettet in das Zusammenspiel mit den anderen fünf Helden. Auch ein weiterer stark ausgeprägter Held kann dein Verhalten deutlich beeinflussen. Das Heldenrad soll deshalb immer als Gesamtbild betrachtet werden.
Verhalten unter Stress
Unser Verhalten bleibt nicht in jeder Situation gleich. Unter Zeitdruck, Konflikten, Unsicherheit oder hoher Belastung greifen Menschen häufig auf bestimmte Muster besonders stark zurück. Deshalb bildet 6Heroes nicht nur das typische Alltagsverhalten ab, sondern betrachtet auch, was mit deinem Verhalten passiert, wenn Stress entsteht – über die beiden Rollen S1 und S2.
Ein Stressheld ist dabei kein schlechter Held. Die Schwierigkeit entsteht meist erst, wenn ein grundsätzlich sinnvolles Verhalten unter Stress zu stark und einseitig wird:
6Heroes betrachtet Stress damit nicht als einzelnes Verhalten, sondern als möglichen Verlauf:
normales Verhalten → steigender Stress → S1 → weitere Belastung → S2
Ausprägung und Rolle sind nicht dasselbe
Ein wichtiger Unterschied: Die Ausprägung zeigt, wie typisch das Verhalten eines Helden grundsätzlich für dich ist. Die Rolle zeigt, welche besondere Funktion ein Held innerhalb deines persönlichen Systems übernimmt. Ein Held kann stark ausgeprägt sein, ohne automatisch dein Basisheld oder Zweitheld zu sein. Ebenso beschreiben S1 und S2 nicht einfach deine stärksten Helden, sondern dein Verhalten unter Belastung.
Die Heldenenergie
Zusätzlich zum Heldenprofil betrachtet 6Heroes eine zweite Frage: Welche Verhaltensweisen geben dir Energie – und welche kosten dich Energie? Das ist die Heldenenergie. Sie beantwortet eine andere Frage als die Ausprägung.
Die Heldenenergie fragt: „Wie fühlt es sich für mich an, wenn ich dieses Verhalten nutze?“
Denn etwas kann sehr typisch für dich sein und dich trotzdem viel Energie kosten. Du kannst zum Beispiel sehr gut organisieren, weil du es über Jahre gelernt hast – doch diese Rolle kostet dich vielleicht dauerhaft Kraft. Gleichzeitig kann dir kreatives Entwickeln neuer Ideen viel Energie geben, obwohl du diese Seite bisher weniger nutzt.
Kein Held ist besser als ein anderer
Ein zentrales Prinzip von 6Heroes: Es gibt keinen besten Helden. Commander ist nicht besser als Guardian, Strategist nicht besser als Explorer, Sage nicht besser als Innovator. Jeder Held bringt besondere Stärken mit – und jeder kann problematisch werden, wenn seine Verhaltensweisen zu stark, zu einseitig oder in der falschen Situation eingesetzt werden.
Persönliche Entwicklung bedeutet deshalb nicht, bei allen Helden möglichst hohe Werte zu erreichen. Das Ziel ist vielmehr, die eigenen Muster besser zu verstehen und immer bewusster entscheiden zu können, welche Seite von dir eine Situation gerade braucht.
Vom Heldenrad zur persönlichen Entwicklung
Das Heldenrad ist nicht nur das Ergebnis eines Persönlichkeitstests, sondern der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung mit 6Heroes. Dabei helfen drei Fragen:
Activate
Welche Seite von mir könnte ich häufiger nutzen? Vielleicht verlangt eine Situation Fähigkeiten, auf die du bisher weniger automatisch zurückgreifst.
Perform
Welche meiner natürlichen Stärken kann ich noch bewusster einsetzen? Vorhandene Stärken nicht nur besitzen, sondern gezielt nutzen.
Stop / Limit
Welche Verhaltensweisen neige ich dazu zu übertreiben? Solche Muster früh zu erkennen und bewusst zu begrenzen, ist ein wichtiger Teil der Entwicklung.
Das Ziel
Mehr Verhaltensflexibilität: nicht immer automatisch gleich zu reagieren, sondern bewusst zu wählen, welche deiner sechs Seiten dir jetzt am meisten hilft.
Das Heldenrad als persönliche Landkarte
Am besten lässt sich das Heldenrad als eine persönliche Landkarte deines Verhaltens verstehen. Es zeigt, was typisch für dich ist (die Ausprägung deiner sechs Helden), welche Seite dich besonders prägt (dein Basisheld), wie diese ergänzt wird (dein Zweitheld), welche weiteren Seiten eine wichtige Rolle spielen (dein gesamtes Profil), wie du dich unter Stress veränderst (S1 und S2) und was dir Energie gibt oder kostet (deine Heldenenergie).
Sondern: „Du trägst alle sechs Helden in dir. Einige ihrer Verhaltensweisen sind besonders typisch für dich. Andere nutzt du weniger automatisch. Unter Stress können sich deine Muster verändern. Und manche Verhaltensweisen geben dir mehr Energie als andere.“
Denn die eigentliche Stärke liegt nicht darin, einen bestimmten Helden zu sein. Sie liegt darin, zu erkennen, welcher deiner Helden dir in welcher Situation am besten helfen kann. Das ist die zentrale Idee des 6Heroes Heldenrads.